Der italienische Strom und Gasmarkt – allgemeine Informationen
Italien hat den drittgrößten Gas und den viertgrößten Strommarkt Europas. Seit Ende der
80er Jahre
verzichtet das Land gänzlich auf die Produktion von Kernenergie. Dadurch ist
Italien in hohem Maße auf Gas
als Energiequelle angewiesen.
1999 wurde der italienische Energiemarkt liberalisiert, doch trotz der Neustrukturierung des
Marktes besitzen
nach wie vor Enel (Strom), Eni S.p.A. (Gas und öl) und die Edison Group
(Strom und Gas) die
Marktführerschaft. Die vollständige Marktliberalisierung erfolgte erst am
1. Juli 2007. Seitdem dürfen sich
auch private Haushalte für einen Stromanbieter ihrer Wahl
auf dem freien Markt entscheiden. Dies sollte zu
einer Mäßigung der Strompreise führen.
Doch nur theoretisch – die Realität sieht anders aus. Rund 30% der
italienischen
Produktionsanlagen gelten als veraltet und langwierige Genehmigungsverfahren behindern
den
Bau neuer Energieanlagen. Dadurch steigt der Bedarf an Stromimporten – gleichzeitig
steigen die
Strompreise. Kein Wunder, dass die italienischen Energiepreise und insbesondere
die Strompreise daher im
europäischen Vergleich immer noch am oberen Ende der Skala liegen.